The importance of crowdsourcing : Crowdsourcing ist alles – an der Crowdsourcing Week 2013 in Singapur #CSW13

(picture credit: Crowdsourcing Week)

(picture credit: Crowdsourcing Week)

In einer Woche findet das erste, globale Crowdsourcing-Gipfeltreffen statt, die Crowdsourcing Week von 3.-7. Juni 2013 in Singapur. Die Konferenz soll Führungskräften die Möglichkeiten von Crowdsourcing anhand Best Practices aufzeigen, die Vernetzung von Crowdsourcing-Akteuren und Innovatoren fördern und im Speziellen über Crowdfunding informieren sowie weiterbilden. Wir sammeln aus diesem Anlass Gründe für Crowdsourcing und stellen namhafte Referenten sowie ihre Crowdsourcing-Projekte vor. Während der Crowdsourcing Week halten wir die Augen offen und suchen nach praktischen Ideen und Tipps für Non-profit Organisationen. Diese findet ihr nach dem 7. Juni hier auf unserem Blog.

Crowdsourcing ist omnipräsent und umfasst viele derzeit aktuelle Trends der SharEconomy. Epi Ludvik Nekaj, CEO und Gründer der Crowdsourcing Week sagt dazu:

“Everything you’re hearing about the sharing economy, collaborative consumption, co-creation, crowd- investing, crowdfunding and open innovation all fall under crowdsourcing. Therefore, for the first time we are seeing that social media as we know it is turning into social productivity.”

Einer der grössten Vorteile von Crowdsourcing: Erfahrene User können helfen die Herausforderungen unserer Zeit zu lösen. José María Figueres, Präsident von Carbon War Room:

“We can now count on the intelligence, the experience and the criteria of the many to solve the challenges of humanity as we go forward.”

Microworking & Co-Creation

An der Crowdsourcing Week finden insgesamt mehr als 30 Keynotes und Workshops statt. Kjetil J. Olsen, Vizepräsident der Freelance-Plattform Elance, spricht über Arbeitskräfte on Demand. Ebenfalls präsent ist François Pétavy, der CEO der Co-Creation-Plattform eYeka. In diesen Bereich gehört auch 99designs, eine Plattform für Design-Wettbewerbe zur Entwicklung von Logos, Apps, Illustrationen etc. Ebenfalls mit der Entwicklung von Apps befasst sich bnotions. Deren Partner Alkarim Nasser wird dabei speziell über crowdsourced Engineering für Non-profit Organisationen sprechen. Ein weiteres Unternehmen aus der Design-Branche mit Schwerpunkt Architektur ist ARUP, das u.a massgeblich an der Konstruktion vom Sydney Opera House und Centre Pompidou in Paris beteiligt war. Jay Rogers von Local Motors spricht über Co-Creation im Indutrial Design und stellt dabei die Crowdsourcing Kampagne von Local Motors vor: Jedermann kann dort Design Ideen für Autos und andere Motorfahrzeuge auf The Forge eingeben, diese in der Microfactory mitentwickeln und schliesslich die Produkte im Shop erwerben. Daneben sind Sprecher verschiedener Crowdsourcing-Plattformen wie Ideaken, InnoCentive und Talenthouse eingeladen.

Crowdfunding

Ein Schwerpunkt der Crowdsourcing Week bildet Crowdfunding, d.h. die Finanzierung durch die Crowd. Daher finden sich verschiedene Referenten aus diesem Bereich wie Lesley Mansford, CEO von Razoo und Leo Shimada, Gründerin von Crowdonomic. Bei beiden Plattformen können ähnlich wie bei Kickstarter verschiedene Projekte unterstützt werden. Ebenfalls dabei ist Darren Westlake CEO von Crowdcube, einer Plattform, mit Fokus auf Finanzierung von Startups.

An der Crowdsourcing Week zu Gast ist zudem Carl Esposti, CEO von massolution. Das in der Crowdsourcing-Industrie führende Beratungsunternehmen forscht regelmässig zu diesem Thema und erfasst die aktuellen Entwicklungen.

Quellen:

Crowdsourcing Week (2013): Crowdsourcing Week, Singapore: June 3 – 7, 2013. Verfügbar unter: http://crowdsourcingweek.com/schedule/

Crowdsourcing Week (2013): José María Figueres, President of the Carbon War Room Hails Crowdsourcing. Verfügbar unter: http://www.youtube.com/watch?v=hNdNudlvPo8

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Bibliotheken als Wissenszentren gestern und heute – mittels Crowdsourcing

Braucht es noch Bibliotheken oder verlieren Bibliotheken aufgrund der Digitalisierung an Bedeutung? Wie können Bibliotheken mittels Crowdsourcing ihrem Auftrag als Wissensspeicher gerecht werden?

Bibliotheken galten lange als Wissenszentren. Ihr Auftrag ist es, den freien Zugang zu Information sicherzustellen (Art. 17 BV, vgl. ebenfalls „Strategie des Bundesrats für eine Informationsgesellschaft in der Schweiz 2012). Mit der Verbreitung des Internets kommt jedoch immer mehr die Frage auf, ob es Bibliotheken noch braucht. Schliesslich kann jeder User kostenlos, schnell und von überall auf der Welt Wissen im Internet recherchieren und sein Wissen bzw. seine Erfahrungen mit anderen teilen. Bei Wissensfragen sind daher nicht Bibliotheken die erste Anlaufstelle sondern meistens die Suchmaschine Google. Dabei geht vergessen, dass Suchmaschinen längst nicht das ganze World Wide Web erreichen sondern nur einen kleinen Teil davon wiedergeben (siehe Deep / Invisible Web). Beschränken sich Recherchen auf das Internet führt dies somit zwangsläufig zu einer Schmalspur-Rezeption des vorhandenen Wissensfundus und schlussendlich zu Schmalspur-Wissen.

Digitalisierung als Chance

Mit ihrem umfassenden Kulturangebot sind Bibliotheken geradezu „prädestiniert dafür, […] die Qualität der im Internet angebotenen Information zu bereichern. Diese Möglichkeit haben sie bereits seit längerem auch erkannt und damit begonnen, Medienbestände zu digitalisieren. Die Digitalisierung ermöglicht letztlich eine von ihrem ursprünglichen physikalischen Speicher unabhängige Präsentation der Inhalte“ (Mattauch). Dadurch entfallen die zeitlichen und räumlichen Beschränkungen des Medienzugriffs und es ergeben sich neue Möglichkeiten in der Archivierung von Kulturgütern.

Eines der zurzeit grössten Crowdsourcing-Projekte, das sich mit der Archivierung von Kulturgütern befasst ist die Europeana. Ziel ist es, mit Hilfe der Bevölkerung sowie zahlreichen Bibliotheken, Archiven und Museen Erinnerungsstücke und Geschichten aus der Zeit des Ersten Weltkriegs (1914-1918) zu sammeln und zu digitalisieren und somit der ganzen Bevölkerung bereitzustellen. User können Beiträge direkt über die Online-Plattform Europeana eingeben oder die Objekte an den Aktionstagen vorbeibringen, wo diese dann fotografiert werden.

Den Nutzen der Wissensschätze, die in den Bibliotheken schlummern, hat auch Wikipedia entdeckt. In Zusammenarbeit mit Bibliotheken wurde daher die Kampagne “Wikipedia loves libraries” lanciert. Wikipedianer trafen sich in öffentlichen Bibliotheken zu einem „Edit-Athon“ und verfassten oder bearbeiteten mit Hilfe der Bibliotheksressourcen (Bücher, Dokumente etc.) zahlreiche Wikipedia-Einträge. Die Kampagne hat für beide Seiten Vorteile: Wikipedia, die wegen falschen oder unvollständigen Einträgen in der Kritik stand profitiert ebenso wie die Bibliotheken, deren vielfältigen Ressourcen immer weniger genutzt werden. Tony Vernon, einer der Organisatoren, meint dazu: “Libraries want people to learn and have quality information, and this [campaign] is a tool to enable people to use that information more efficiently.”

Fazit: Bibliotheken haben Wissensschätze, die zwar immer weniger genutzt werden, die das im Internet auffindbare Wissen jedoch sinnvoll ergänzen würden. Die Digitalisierung ermöglicht es den Bibliotheken, diese Schätze der ganzen Bevölkerung zugänglich zu machen. Wie die geschilderten Projekte zeigen, bietet Crowdsourcing den Bibliotheken neue Möglichkeiten, ihrem Auftrag gerecht zu werden: Mit der Crowd können historische Dokumente gesammelt und der breiten Masse zugänglich gemacht werden und es entstehen neue Nutzungsmöglichkeiten der Bibliotheksressourcen.

Quellen:

Mattauch: Universale Wissensspeicher – die Vision digitaler Bibliotheken. Verfügbar unter: http://www.joint-research.org/begleitforschung/diskussionen/universale-wissensspeicher-die-vision-digitaler-bibliotheken/

SinhaRoy, Sanhita (2011): Libraries Tap into Crowd Power. Verfügbar unter: http://americanlibrariesmagazine.org/news/11012011/libraries-tap-crowd-power

Die Crowd erledigt die Arbeit: Microworking in Bibliotheken und Archiven

Wie können Bibliotheken, Archive oder Museen Crowdsourcing einsetzen? Nicht wenige Non-Profit Organisationen kämpfen mit Budgetkürzungen und knappen Ressourcen, da liegt es auf der Hand, neue Wege zu gehen, um Ressourcen zu erschliessen. Eine Möglichkeit ist Microworking. Dabei werden grössere Projekte in kleinere Arbeitsschritte aufgeteilt, die dann von einzelnen Mitgliedern der Crowd gelöst werden. Meist tut dies die Crowd unentgeltlich, die Motivation allein zählt. Ein willkommener Nebeneffekt durch den Einbezug der Crowd ist, dass durch die Crowdsourcing-Kampagnen das Engagement der User gegenüber NPOs gesteigert werden kann. Crowdsourcing ist daher im besten Fall immer auch Marketing…

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(picture credit: The University of Iowa Libraries)

Spätestens seit der bereits hier geschilderten Kampagne „What’s on the Menu?“ der New York Public Library hat Crowdsourcing auch in Bibliotheken Einzug gehalten. Die Universitätsbibliothek von Iowa setzt ebenfalls auf diesen Trend und lässt nach dem Motto „DIY History“ User historische Dokumente transkribieren, sodass diese einer grossen Online-Community zugänglich gemacht werden können. Daneben können auch alte Fotografien mit Informationen angereichert bzw. getaggt werden, sodass diese im Internet besser auffindbar sind. Ein bekanntes Beispiel, wo User ebenfalls historische Fotos beschreiben und kommentieren können ist „Flickr Commons“. Institutionen wie die Library of Congress oder das National Maritime Museum stellen ihre Fotografien auf Flickr zur Verfügung und lassen diese von Usern mit Informationen und Tags anreichern. Die ETH Bibliothek in Zürich hat sich ebenfalls an die Crowd gewandt, um Bilddokumente zu erschliessen: Über einen eigenen Online-Zugriff liess sie Swissair-Pensionäre als freiwillige Experten Bilder aus dem Swissair-Bildarchiv beschreiben. Diese nahmen Datierungen vor, identifizierten Personen und Flugzeuge oder beschrieben Ereignisse wie Erstflüge. Dank des Crowdsourcings sind nun mehr als 14 000 im Detail erschlossene Bilder über die Online-Bilddatenbank der ETH-Bibliothek zugänglich.

Keep it simple

Besonders innovativ war das hier beschriebene Projekt „DigiTalkoot“ der Finnischen Nationalbibliothek. Wie das Beispiel „DigiTalkoot“ zeigt, sind besonders einfache, unterhaltsame Projekte erfolgreich. Die Bibliothek wollte ihre grosse Sammlung von Dokumenten indexieren bzw. beschreiben lassen und das Finnische Kulturgut auf diese Weise online nutzbar machen. Die Dokumente wurden eingescannt und die gescannten Dokumente mittels der Texterkennungsmethode OCR (optical character recognition) in eine Datenbank überführt. Da diese Texterkennungsmethode jedoch sehr fehleranfällig ist und der Computer nicht alle Wörter erkennen kann, mussten viele der gescannten Dokumente von Menschenhand korrigiert werden. Bei dieser aufwendigen Arbeit kam die Crowd zum Einsatz: Bei DigiTalkoot konnten User die gescannten Texte optimieren, einfach dadurch, dass sie Spiele spielten.

Wie kann Crowdsourcing optimal eingesetzt bzw. für die Community attraktiv gemacht werden? Das Beispiel DigiTalkoot könnte die Antwort liefern: Gamification! Indem repetitive Aufgaben als Spiel verpackt werden, kann das Interesse zur Teilnahme sowie die Motivation der Teilnehmer erhöht werden.

Quellen:

Madsen, Christine (2011): Will 2012 be the year of crowdsourcing in libraries? Verfügbar unter: http://christinemadsen.com/2011/will-2012-be-the-year-of-crowdsourcing-in-libraries/

Sarbach, Jun (2012): Souvenirs aus dem Swissair-Fotoarchiv. Verfügbar unter: http://www.ethlife.ethz.ch/archive_articles/120927_Swissair_Fotobuch_js

Crowdfunding ein Begriff mit Potential für Bibliotheken

Unter Crowdfunding (selten auch Schwarmfinanzierung genannt), versteht man eine durch Jeff Howe an den Begriff Crowdsourcing angelehnte Methode zur Finanzierung und Mittelbeschaffung im Internet. Crowdfunding vereint den Begriff Crowd (Masse) und Funding (Finanzierung). Die Idee dahinter ist simpel: Die Idee für ein Projekt oder eine Investition ist vorhanden, die finanziellen Mittel können aber nicht selbst aufgebracht werden. Hier ist nun der Einsatz der Crowd gefragt. Die Idee oder der Bedarf wird auf einer Crowdfundingplattform vom Antragsteller vorgestellt, dabei bleiben die gesponserten Gelder zweckgebunden und müssen vom Antragsteller projektgebunden investiert werden. Crowdfunding gilt per derzeitig vorherrschender Definition nicht als Spende, man spricht eher von einer Art Sponsoring. Neben der Chance ein Projekt unabhängig finanzieren zu können, bietet Crowdfunding auch die Möglichkeit, sich ein völlig neues Netzwerk aufzubauen mit Partnern, die man auf anderen Wegen nie getroffen hätte. Zudem kann Crowdfunding bereits früh wichtige Erkenntnisse für das Projekt gewinnen, da wichtige Inputs von aussen einfliessen. Gerade dieser Schritt folgt bei herkömmlichen Projekten meist erst viel zu spät.

In den USA sind es gerade Organisationen im Kulturbereich, die Crowdfunding betreiben und damit ein bisher nicht zu erreichendes Potential ausschöpfen können. Es ist demnach an der Zeit auch in europäischen Bibliotheken und Archiven neue Finanzierungsmöglichkeiten und Wege einzuschlagen. Die Bereiche in denen Crowdfunding eingesetzt werden könnte, sind so vielfältig, dass für jede Bibliothek etwas dabei sein wird:

  • Neue Angebote für Nutzer finanzieren
  • Durch Crowdfunding ein aktives und attraktives Customer Relationship Management (non-profit fundraising) aufbauen
  • Marketing: Projektbezogene Marketingmassnahmen mit Crowdfunding
  • Innovative Bibliotheksentwicklung finanziert durch Crowdfunding
  • Social Networking, nicht nur virtuell

Die Recherchen zeigen jedoch, dass Bibliotheken dieses Potential noch viel zu wenig, im deutschsprachigen Raum fast gar nicht nutzen. Warum nur? Vielleicht weil wir immer noch zu traditionell sind, weil wir Angst davor haben, neue Wege zu gehen. Dabei wäre das gerade jetzt, wenn Budgets gekürzt werden, Sparmassnahmen eingeleitet werden und neue Kredite in weite Ferne rücken eine Art, Engagement und Innovation zu zeigen. Gerade bei Crowdfunding können Non-Profit-Organisationen eigentlich nur gewinnen.

Ein gutes Beispiel einer Bibliothek im deutschsprachigen Raum, das den Crowdfunding-Schritt gewagt hat, gibt es trotzdem:

Es werde Licht“ die Aktion des Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchivs, bei der für den Umbau des Magazins und einem neuen Beleuchtungskonzept im Lesesaal Geld gesammelt wurde.

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Crowdfunding

Ilona Munique: „Für eine Handvoll Dollar“ – Crowdfunding. Alternative Form der Mittelbeschaffung. In: BuB, H. 1. 2013, S. 26-31

http://crowdfundingpr.wordpress.com/tag/customer-relationship-management/

Crowdfunding für OPL-Projekte nutzen : Finanzierung, Marketing, Social Networking / Ilona Munique. Hrsg. BerufsverbandInformation Bibliothek / Kommission für One-Person Librarians. –1. Aufl. – 2012. (Checklisten ; 36) www.bib-info.de/kommissionen/kopl/publikationen/checklisten.html

http://www.betterplace.org/de/projects/8626-es-werde-licht-licht-in-unserer-bibliothek

Die Vorbereitugen laufen auf Hochtouren

Um Crowdsourcing erfolgreich zu starten müssen zuerst grundlegende Entscheidungen getroffen werden. Für die Vorstudie des Projekts der Stadtbibliothek Baden war das nicht anders. So musste unter anderem folgendes geklärt werden:

picture credit: Stadtbibliothek Baden, Charlotte Frauchiger, Sharon Alt

Welches Ziel hat der Einsatz von Crowdsourcing?

Die im kommenden Jahr anstehende Modernisierung der Kinder- und Jugendbibliothek soll aktiv durch Teenager mitgestaltet werden. Ziel ist es zu erfahren, was genau die Wünsche der Jungen sind. Der Fantasie sind vorerst keine Grenzen gesetzt. Dieses Crowdsourcing dient vor allem der Inspiration durch die fokussierte Nutzergruppe.

Soll des Projekts sind mindestens 50 Ideen und Vorschläge, wobei davon auszugehen ist, dass auch Erwachsene oder bibliotheksnahe Jugendliche daran teilnehmen.

Wo liegen die Schwierigkeiten des Projekts?

Zum einen wird es schwierig werden nur die Jugendlichen zu erreichen. Zum anderen gestaltete es sich schwierig, einen attraktiven und trotzdem zahlbaren Crowdsourcing-Partner zu finden, der den Qualitätsansprüchen einer grossen Verwaltung würdig ist.

Wie offen dürfen wir sein?

Durch eine konstante Moderation und die Einbindung der Leitung kann sichergestellt werden, dass nur Informationen an die Öffentlichkeit gelangen, die auch wirklich nach Aussen kommuniziert werden dürfen. Auf der anderen Seite eignen sich gerade Non-Profit Organisationen wie öffentliche Bibliotheken für Crowdsourcing. Zum einen sind Ressourcen meist knapp und Nicht-Nutzer nie in Publikumsbefragungen eingebunden, was ein solcher Versuch höchst spannend macht. Zum anderen ist es die Aufgabe der öffentlichen Verwaltung, Dienstleister für die gesamte Bevölkerung zu sein, weshalb es keinen Grund gibt, nicht offen zu sein.

Was bedeutet das Projekt intern? Welche Vorkehrungen müssen intern getroffen werden?

Ausser einer angemessenen Kommunikation und Information über das Projekt wurden Intern keine Vorkehrungen getroffen. Die Schulung für allfälliges Marketing wird während dem Projekt gemacht werden.

Sind intern Kapazitäten zur Etablierung der Crowdsourcing Projekte vorhanden?

Durch die Einbindung in ein Projekt des Studienganges Informationswissenschaft der HTW Chur sind bis auf allfällige PR- und Marketingmassnahmen, die während dem operativem Nutzerkontakt gemacht werden, keine internen Ressourcen nötig.

Wie sieht das Budget des Projekts aus?

Das Projekt wird durch Sponsoren getragen. Die Kosten belaufen sich auf eine Gebühr für die Nutzung der Plattform unserAller.de, Preise die von den Sponsoren übernommen werden und Werbemassnahmen, die ebenfalls von den Sponsoren übernommen werden.

Wer sind geeignete Partner zur Umsetzung der Ziele?

Neben den oben erwähnten Sponsoren und der Crowdsourcing-Plattform ist zu hoffen, dass die ansässigen Zeitungen mit der Publikation der Artikel über das Projekt für PR sorgen und so zum positiven Gelingen des Projekts beitragen.

Quellen:

http://www.crowdsourcingblog.de/blog/2012/06/23/crowdsourcing-in-der-praxis-ein-kompakter-leitfaden-zur-erfolgreichen-umsetzung/

Auf los gehts los… Crowdsourcing in der Stadtbibliothek Baden

… ganz so einfach ist es dann eben doch nicht, wie sich beim Crowdsourcingversuch der Stadtbibliothek Baden zeigt. Aber zuerst einmal zu den Voraussetzungen:

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picture credit: Stadtbibliothek Baden, Erdin & Koller Architekten

Das Angebot der Stadtbibliothek umfasst ca. 65 000 Medien in 11 Sprachen. Neben dem physischen Bestand wird seit 2012 auch auf eBooks gesetzt.

Veranstaltungen, ruhige Lern- und Arbeitsplätze sowie Einführungen und Schulungen runden die Angebotspalette ab. Mit einer Wochenöffnungszeit von 58 Stunden bilden wir uns ein sehr benutzerfreundlich zu sein. Aber stimmt das? Decken sich Eigen- und Kundenwahrnehmung? Ein Grund mehr mit Hilfe eines Crowdsourcingversuches mehr zu erfahren….

Die Möglichkeiten schienen grenzenlos: Über Crowdsourcing könnte man endlich auch die Nicht-Nutzer miteinbeziehen. Da vor allem die Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen kaum den Weg in die Bibliothek finden, könnte mit Crowdsourcing ein Draht zu genau diesen Gruppen hergestellt werden.

Um richtig durchstarten zu können, ist es wichtig anfangs klar die Zielgruppe zu definieren und diese beim weiteren Verlauf des Projektes nicht aus den Augen zu verlieren. Auch beim Erstellen der Fragestellung an die Crowd. Wer etwas von Teenagern wissen möchte, muss auch dementsprechend kommunizieren, die Kanäle auswählen und die Anreize der Zielgruppe gerecht gestalten.

Konkret heisst das:

1. Welche Zielgruppe wollen wir erreichen?

2. Fragestellung klar definieren, wie weit darf die Crowd gehen?

3. Die Rechte an der Idee müssen klar geregelt sein

4. Anreize schaffen! Was winkt als Belohnung?

5. Werbung fürs Projekt: Wo kann zielgruppengerecht Werbung zum Mitmachen angebracht werden?

6. Professionalität: Eine geeignete Crowdsourcingplattform muss vorausgesetzt werden können

7. Wenn die Crowd doch nicht helfen sollte, geht die Welt nicht unter

Neben relevanten Qualitätsmerkmalen für gutes Crowdsourcing mussten aber auch die internen Abläufe und Kommunikationswege eingehalten werden, ohne dabei an Innovation und Ideenreichtum einzubüssen.

In den kommenden Wochen wird dieser Blog über die Vorbereitungen, Hemmnisse und Ergebnisse des Versuches berichten. Mitmachen ist jederzeit möglich unter: http://www.facebook.com/stadtbibliothekbaden oder www.unserAller.de

Quellen:

http://blogs.hbr.org/cs/2010/09/generating_business_ideas_from.html

http://www.stadtbibliothek.baden.ch

Jahresbericht der Stadtbibliothek Baden (2011)