Alles hat ein Ende…

…auch unser Crowdsourcing-Experiment in der Stadtbibliothek Baden. Zeit, ein Fazit zu ziehen.

Auswertung

Es sind viele interessante Vorschläge bei uns eingegangen, wenn auch auf ganz unvorhergesehenen Wegen: Interessanterweise sind die meisten Vorschläge nicht auf unserer extra für das Projekt evaluierten Crowdsourcing-Plattform UnserAller.de eingegangen sondern per Mail. Begründen lässt sich dieser im Grunde ungewollte Kommunikationsweg durch das Anschreiben von Schulen durch uns. Wollten wir eigentlich per Mail nur auf unsere Aktion aufmerksam machen, haben wir ganz ungewollt über 60 Vorschläge per Mail erhalten. Hingegen sind lediglich 23 Vorschläge über die Plattform UnserAller.de eingegangen.

Insgesamt waren unter den über 80 Vorschlägen viele kreative Ideen für eine Neukonzeptionierung des Jugendbereichs. Neben Veranstaltungsideen sind vor allem Interieur- und Einrichtungsideen bei uns eingegangen. Durch das Crowdsourcing-Projekt konnten wir die Meinung der Jugendlichen abholen. Dies hilft den Verantwortlichen nun, für die zukünftige Jugend-Bibliothek Schwerpunkte zu setzen und die bereits vorhandenen Ideen zu priorisieren.

Was besonders auffiel, ist das grosse Interesse von anderen Bibliotheken oder Lieferanten. Schön, wenn unser Projekt vielleicht dafür sorgen kann, dass auch andere Nicht-profitorientierte Organisationen die Zusammenarbeit mit der Crowd wagen.

Lessons learned

Zum einen war durch die Einbindung ins Semesterprogramm an der HTW Chur nur eine relativ kurze Initialisierungsphase des Projekts möglich. Vieles hätte man mit mehr Vorlaufzeit besser organisieren können. So wären mit einer längeren Vorbereitungsphase die Akquisition von zusätzlichen Sponsoren für Werbung und Preise sowie griffigere Werbemassnahmen möglich gewesen.

Folgende Punkte sollten bei einer Wiederholung bedacht werden:

Werbe- und Marketingmassnahmen sollten ausschliesslich online stattfinden. Die Berichterstattung der Presse ist zwar positiv zu bewerten, brachte aber kein Mehr an Ideen oder Vorschlägen.

Die Attraktivität eines Crowdsourcing Projekts hängt davon ab wie man die Crowd zum Mitmachen animieren kann. Bei diesem Punkt hat das Projekt klares Verbesserungspotential. In diesem Punkt könnten bei einem erneuten Projekt Kooperationen mit Lieferanten oder Partnern eingegangen werden, um einen noch grösseren Mehrwert zu generieren. Denkbar wäre auch, einzelne Personen der Zielgruppe für das Projekt zu gewinnen und als Multiplikatoren einzusetzen.

Fazit

Insgesamt war das Projekt eine lehrreiche Erfahrung. Die vielen tollen Ideen die daraus resultierten, werden nun nochmals priorisiert und die Massnahmen für die Umsetzung geplant – damit mit der Gestaltung der Jugend-Bibliothek Baden pünktlich begonnen werden kann. Mit den nötigen Anpassungen, vor allem im Bereich des Marketings steht einem erneuten Crowdsourcing nichts im Weg. Auch im Bereich von Crowdfunding könnten interessante Projekte durchgeführt werden. Um im Bereich von Online-Mikroworking (beispielsweise Beschlagwortung durch Nutzer) ein Projekt zu lancieren, fehlt es momentan an den nötigen technischen Schnittstellen. Wir sind jedoch offen für alles! Um es mit den Worten von Simon Schneider, Unternehmer (OmniCompete, InnoCentive) und Crowdsourcer, auszudrücken: „Play with the crowd or become obsolete.“

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