Vom Hype zum strategischen Einsatz: Mit Crowdsourcing zu mehr Innovativität, Profit und besserer Kundenbindung

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(picture credit: dreamscapemarketing.com)

Der hohe Stellenwert von Innovationen, verbunden mit einem verstärkten Innovationsdruck und der intensiven Zusammenarbeit von Unternehmen und deren Mitarbeitenden sowie Kunden sprechen für Crowdsourcing. Voraussetzung für funktionierendes Crowdsourcing ist wie bei Open Innovation eine offene Firmenkultur. Die Komplexität von Crowdsourcing macht zusätzlich eine Crowdsourcing-Strategie erforderlich. Es gilt folgende Fragen zu klären:

  • Was ist Ihr Ziel bzw. was erhoffen Sie sich von Crowdsourcing? Je nach Ziel ist ein anderes Crowdsourcing-Instrument sinnvoll. Mögliche Ziele: Verbesserung von Produkten oder Dienstleistungen, Erhöhung der Kundenbindung oder Outsourcing von Forschung & Entwicklung
  • Welche der folgenden Crowdsourcing-Instrumente möchten Sie einsetzen?

Crowd-Voting: Das Urteil der Crowd wird genutzt um Zeitungsartikel, Musik oder auch Filme nach einem Ranking zu ordnen. Beispiel: Die Algorithmen (Page Rank), die Google nutzt, um die Suchresultate nach Relevanz zu ordnen. Crowd-Voting wird ebenfalls als Marketing-Instrument genutzt, wo die User über die eingereichten Ideen und Projekte abstimmen und diese bewerten können.

Crowd Wisdom: Basierend auf dem Modell der Crowd Intelligence wird davon ausgegangen, dass die Crowd immer innovativere Ideen hervorbringt als eine Gruppe von Mitarbeitenden oder Experten. Es geht vor allem darum, durch eine grosse Masse bessere Entscheidungen zu treffen oder mehr Wissen zu generieren. Ein Beispiel wäre hier Wikipedia.

Crowdcreation: Dazu gehören Aktivitäten wie Werbefilme herstellen, Übersetzungen machen oder wissenschaftliche Probleme lösen. Dieses Instrument wird oft mit Crowd-Voting kombiniert. Zuerst sollen die User Inhalte erstellen, danach stimmen sie über die Ergebnisse ab und wählen die besten Arbeiten bzw. Projekte. Beispiel: Threadless.com, wo User in Form eines Wettbewerbs Ideen für den Aufdruck von T-Shirts eingeben können.

Crowdfunding: User kooperieren miteinander und legen ihr Geld zusammen um einzelne Personen oder Gruppen zu unterstützen, die auf traditionelle Weise keinen Kredit oder Sponsoring erhalten würden. Beispiel: Kiva basiert auf Mikrokrediten, die User aufstrebenden Unternehmern in ärmeren Ländern ausleihen. Sobald die Unternehmer finanziell unabhängig sind, bezahlen sie die Kredite wieder zurück.

  •  Was ist Ihre Zielgruppe? Handelt es sich dabei um Experten oder Laien? Wem gehören die generierten Ideen oder Produkte? Hier gilt es, Fragen zum Geistigen Eigentum zu berücksichtigen.
  • Wie belohnen Sie die Beteiligten? Die Herausforderung besteht darin, die freiwillig Beitragenden über längere Zeit zur Mitarbeit zu motivieren (Chanal, 2010).
  • Wie erzeugen Sie Gewinn?
  • Wie viel Ressourcen möchten Sie für Crowdsourcing aufwenden? Wer ist dafür verantwortlich? Aufgrund der Anonymität und dem Grad der Einbindung der Crowd empfiehlt es sich, diese zu leiten. Einerseits ermöglicht dies, den Entwicklungsprozess in die vom Unternehmen gewünschte Richtung zu lenken und andererseits können die Teilnehmenden dazu motiviert werden, das Geschäftsmodell einer privaten Firma zu unterstüzten.
  • Wer wertet die Ideen aus und entscheidet, welche Produkte oder Ideen umgesetzt werden? Die Ideen-Flut auszuwerten ist zeit- und kostenintensiv. Die Firma sollte zwischen den folgenden Herangehensweisen abwägen:

Auswahl der Ideen durch die Crowd. Vorteile: Es können interne Ressourcen eingespart werden. Ausserdem vertritt die Crowd ihre Anliegen, was zu einer besseren Akzeptanz des Produkts auf dem Markt führt.

Auswahl der Ideen durch ein internes Expertenteam. Vorteil: Die internen Mitarbeitenden kennen die Abläufe und Strukturen des Unternehmens und können dadurch die Machbarkeit der Ideen besser beurteilen.

Grundsätzlich eignet sich Crowdsourcing gut um das Innovationspontial zu steigern, Entwicklungskosten zu minimieren oder Schwächen des internen Innovationsmanagements zu verringern (Schuurmann et al., 2012). So können mit Crowdsourcing interne Strukturen aufgebrochen und Innovationsprozesse geöffnet werden. Studien belegen denn auch, dass durch Crowdsourcing generierte Ideen innovativer, profitabler und besser auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten sind.

Quellen:

Chanal, Valérie; Caron-Fasan, Marie-Laurence (2010): The Difficulties involved in Developing Business Models open to Innovation Communities: the Case of a Crowdsourcing Platform. In: Management, 13 (4), 318-341.

Schuurmann, Dimitri et al. (2012): Smart Ideas for Smart Cities: Investigating Crowdsourcing for Generating and Selecting Ideas for ICT Innoation in a Citiy Context. In: Journal of Theoretical and Applied Electronic Commerce Research, 7 (3), 49-62.

Tricider: How Crowdsourcing is used? Verfügbar unter: https://tricider.com/en/Crowdsourcing-Strategies/?wicket:pageMapName=wicket-0

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Crowdsourcing – ein Begriff, zahlreiche Einsatzmöglichkeiten

Crowdsourcing ist zu einem Modewort geworden – nur verstehen tun es die Wenigsten. Das ist nicht erstaunlich, denn Crowdsourcing kann verschiedene Ausprägungen haben. Trotz oder gerade durch die Vielfalt: Crowdsourcing hat sich etabliert und das Beste: Es kann von jedem User betrieben werden.

Frequently Asked Questions about Crowdsourcing

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FAQs zu Crowdsourcing: Wer macht Crowdsourcing? Wo findet Crowdsourcing statt?

Crowdsourcing findet im Web statt, mehrere Internetnutzer tauschen sich zu einem Thema aus oder bearbeiten gemeinsam ein Projekt:

  • Es gibt Crowdsourcing-Plattformen, die eigens für den Austausch von Informationen gegründet worden sind. Ein bekanntes Beispiel ist die Brainstorming Community Atizo. Auf dieser Plattform bringen täglich tausende User ihre Ideen zu Fragen und Produkten von Unternehmen ein.
  • Daneben gibt es zahlreiche Crowdsourcing-Kampagnen von Unternehmen, oft werden dabei die Kunden in die Produktentwicklung miteinbezogen. Eine nennenswerte Kampagne läuft seit 2010 von Amazon: Amazon Studios. Einerseits können Nutzer mithelfen eine Serie oder einen Film zu entwickeln und andererseits können aktuelle Filme getestet und bewertet werden.
  • Crowdsourcing kann aber auch jeder einzelne User betreiben! Ein Beispiel wäre eine Schnellrecherche in einem sozialen Netzwerk oder einem Forum: Der Nutzer stellt eine Frage an die Nutzer oder gibt einen Suchbegriff ein und erhält in kurzer Zeit viele Antworten darauf.

Neben dem eigentlichen Sammeln von Ideen mittels der Crowd gibt es 3 Unterkategorien zu Crowdsourcing, welche wir genauer anschauen möchten:

  • Crowdfunding: Viele Menschen finanzieren gemeinsam ein Projekt: Aus einer Idee wird ein Projekt, welches von der Community bewertet bzw. getestet wird. Die Mitglieder können dann ein Projekt mitfinanzieren und erhalten am Ende u.a. das fertige Produkt, ein individuelles Geschenk oder eine Gewinnbeteiligung. Darüber hinaus erhalten Unterstützer eine emotionale Beteiligung am Projekt, sei es durch Entertainment durch den Projektverlauf oder einen Wissensvorsprung durch exklusive Informationen. Die grösste deutschsprachige Crowdfunding-Community ist Startnext.
Crowdfunding

(picture credit: crowdsourcing.org)

  • Microworking: Eine Arbeit wird in kleinere Teilaufgaben aufgeteilt, die dann von der Community erfüllt werden. Am Schluss werden die einzelnen Aufgaben wieder zu einem Gesamtergebnis zusammengesetzt. Ein bekanntes Beispiel ist Crowd Guru. Ihr Kerngeschäft: Grosse Projekte wie Texterstellung, Recherche oder Datenaufbereitung von seinen Auftraggebern in Mikrojobs aufzuteilen und von Mikrojobbern (Gurus) erledigen zu lassen.
  • Co-Creation: Die Community erschafft gemeinsam ein kreatives Werk. Bekannte Communities: Crowd Spring und 99 designs. Dabei werden die Gestaltung von Logos, Websites und andere kreative Prozesse an die Community ausgelagert.

Quellen:

Allemann, Dominik (2011): Was ist eigentlich…: Crowdsourcing? http://bernetblog.ch/2011/08/16/was-ist-eigentlich-crowd-sourcing/

CrowdsourcingBlog (2012): CS Verzeichnis. http://www.crowdsourcingblog.de/crowd-sourcing-verzeichnis/profiles/

Startnext (2012): Was ist Crowdfunding? http://crowdfunding.startnext.de/