The importance of crowdsourcing : Crowdsourcing ist alles – an der Crowdsourcing Week 2013 in Singapur #CSW13

(picture credit: Crowdsourcing Week)

(picture credit: Crowdsourcing Week)

In einer Woche findet das erste, globale Crowdsourcing-Gipfeltreffen statt, die Crowdsourcing Week von 3.-7. Juni 2013 in Singapur. Die Konferenz soll Führungskräften die Möglichkeiten von Crowdsourcing anhand Best Practices aufzeigen, die Vernetzung von Crowdsourcing-Akteuren und Innovatoren fördern und im Speziellen über Crowdfunding informieren sowie weiterbilden. Wir sammeln aus diesem Anlass Gründe für Crowdsourcing und stellen namhafte Referenten sowie ihre Crowdsourcing-Projekte vor. Während der Crowdsourcing Week halten wir die Augen offen und suchen nach praktischen Ideen und Tipps für Non-profit Organisationen. Diese findet ihr nach dem 7. Juni hier auf unserem Blog.

Crowdsourcing ist omnipräsent und umfasst viele derzeit aktuelle Trends der SharEconomy. Epi Ludvik Nekaj, CEO und Gründer der Crowdsourcing Week sagt dazu:

“Everything you’re hearing about the sharing economy, collaborative consumption, co-creation, crowd- investing, crowdfunding and open innovation all fall under crowdsourcing. Therefore, for the first time we are seeing that social media as we know it is turning into social productivity.”

Einer der grössten Vorteile von Crowdsourcing: Erfahrene User können helfen die Herausforderungen unserer Zeit zu lösen. José María Figueres, Präsident von Carbon War Room:

“We can now count on the intelligence, the experience and the criteria of the many to solve the challenges of humanity as we go forward.”

Microworking & Co-Creation

An der Crowdsourcing Week finden insgesamt mehr als 30 Keynotes und Workshops statt. Kjetil J. Olsen, Vizepräsident der Freelance-Plattform Elance, spricht über Arbeitskräfte on Demand. Ebenfalls präsent ist François Pétavy, der CEO der Co-Creation-Plattform eYeka. In diesen Bereich gehört auch 99designs, eine Plattform für Design-Wettbewerbe zur Entwicklung von Logos, Apps, Illustrationen etc. Ebenfalls mit der Entwicklung von Apps befasst sich bnotions. Deren Partner Alkarim Nasser wird dabei speziell über crowdsourced Engineering für Non-profit Organisationen sprechen. Ein weiteres Unternehmen aus der Design-Branche mit Schwerpunkt Architektur ist ARUP, das u.a massgeblich an der Konstruktion vom Sydney Opera House und Centre Pompidou in Paris beteiligt war. Jay Rogers von Local Motors spricht über Co-Creation im Indutrial Design und stellt dabei die Crowdsourcing Kampagne von Local Motors vor: Jedermann kann dort Design Ideen für Autos und andere Motorfahrzeuge auf The Forge eingeben, diese in der Microfactory mitentwickeln und schliesslich die Produkte im Shop erwerben. Daneben sind Sprecher verschiedener Crowdsourcing-Plattformen wie Ideaken, InnoCentive und Talenthouse eingeladen.

Crowdfunding

Ein Schwerpunkt der Crowdsourcing Week bildet Crowdfunding, d.h. die Finanzierung durch die Crowd. Daher finden sich verschiedene Referenten aus diesem Bereich wie Lesley Mansford, CEO von Razoo und Leo Shimada, Gründerin von Crowdonomic. Bei beiden Plattformen können ähnlich wie bei Kickstarter verschiedene Projekte unterstützt werden. Ebenfalls dabei ist Darren Westlake CEO von Crowdcube, einer Plattform, mit Fokus auf Finanzierung von Startups.

An der Crowdsourcing Week zu Gast ist zudem Carl Esposti, CEO von massolution. Das in der Crowdsourcing-Industrie führende Beratungsunternehmen forscht regelmässig zu diesem Thema und erfasst die aktuellen Entwicklungen.

Quellen:

Crowdsourcing Week (2013): Crowdsourcing Week, Singapore: June 3 – 7, 2013. Verfügbar unter: http://crowdsourcingweek.com/schedule/

Crowdsourcing Week (2013): José María Figueres, President of the Carbon War Room Hails Crowdsourcing. Verfügbar unter: http://www.youtube.com/watch?v=hNdNudlvPo8

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Die Vorbereitugen laufen auf Hochtouren

Um Crowdsourcing erfolgreich zu starten müssen zuerst grundlegende Entscheidungen getroffen werden. Für die Vorstudie des Projekts der Stadtbibliothek Baden war das nicht anders. So musste unter anderem folgendes geklärt werden:

picture credit: Stadtbibliothek Baden, Charlotte Frauchiger, Sharon Alt

Welches Ziel hat der Einsatz von Crowdsourcing?

Die im kommenden Jahr anstehende Modernisierung der Kinder- und Jugendbibliothek soll aktiv durch Teenager mitgestaltet werden. Ziel ist es zu erfahren, was genau die Wünsche der Jungen sind. Der Fantasie sind vorerst keine Grenzen gesetzt. Dieses Crowdsourcing dient vor allem der Inspiration durch die fokussierte Nutzergruppe.

Soll des Projekts sind mindestens 50 Ideen und Vorschläge, wobei davon auszugehen ist, dass auch Erwachsene oder bibliotheksnahe Jugendliche daran teilnehmen.

Wo liegen die Schwierigkeiten des Projekts?

Zum einen wird es schwierig werden nur die Jugendlichen zu erreichen. Zum anderen gestaltete es sich schwierig, einen attraktiven und trotzdem zahlbaren Crowdsourcing-Partner zu finden, der den Qualitätsansprüchen einer grossen Verwaltung würdig ist.

Wie offen dürfen wir sein?

Durch eine konstante Moderation und die Einbindung der Leitung kann sichergestellt werden, dass nur Informationen an die Öffentlichkeit gelangen, die auch wirklich nach Aussen kommuniziert werden dürfen. Auf der anderen Seite eignen sich gerade Non-Profit Organisationen wie öffentliche Bibliotheken für Crowdsourcing. Zum einen sind Ressourcen meist knapp und Nicht-Nutzer nie in Publikumsbefragungen eingebunden, was ein solcher Versuch höchst spannend macht. Zum anderen ist es die Aufgabe der öffentlichen Verwaltung, Dienstleister für die gesamte Bevölkerung zu sein, weshalb es keinen Grund gibt, nicht offen zu sein.

Was bedeutet das Projekt intern? Welche Vorkehrungen müssen intern getroffen werden?

Ausser einer angemessenen Kommunikation und Information über das Projekt wurden Intern keine Vorkehrungen getroffen. Die Schulung für allfälliges Marketing wird während dem Projekt gemacht werden.

Sind intern Kapazitäten zur Etablierung der Crowdsourcing Projekte vorhanden?

Durch die Einbindung in ein Projekt des Studienganges Informationswissenschaft der HTW Chur sind bis auf allfällige PR- und Marketingmassnahmen, die während dem operativem Nutzerkontakt gemacht werden, keine internen Ressourcen nötig.

Wie sieht das Budget des Projekts aus?

Das Projekt wird durch Sponsoren getragen. Die Kosten belaufen sich auf eine Gebühr für die Nutzung der Plattform unserAller.de, Preise die von den Sponsoren übernommen werden und Werbemassnahmen, die ebenfalls von den Sponsoren übernommen werden.

Wer sind geeignete Partner zur Umsetzung der Ziele?

Neben den oben erwähnten Sponsoren und der Crowdsourcing-Plattform ist zu hoffen, dass die ansässigen Zeitungen mit der Publikation der Artikel über das Projekt für PR sorgen und so zum positiven Gelingen des Projekts beitragen.

Quellen:

http://www.crowdsourcingblog.de/blog/2012/06/23/crowdsourcing-in-der-praxis-ein-kompakter-leitfaden-zur-erfolgreichen-umsetzung/

Das zweischneidige Schwert von Crowdsourcing Innovation

Crowdsourcing liegt im Trend. Doch bekanntlich ist nicht alles Gold, was glänzt. Wir möchten daher in folgendem Beitrag neben den Chancen von Crowdsourcing besonders die Risiken betrachten.

(picture credit: tommy.developer)

(picture credit: tommy.developer)

3 Gründe, die für Crowdsourcing sprechen

  • Indem bei Crowdsourcing externes Wissen miteinbezogen wird können Kosten in der Forschung und Entwicklung eingespart werden.
  • Mittels Crowdsourcing können Schwächen von internen Innovationsmethoden umgangen werden. Der Einbezug von externen Usern wirkt beispielsweise der Betriebsblindheit entgegen.
  • Kleine Unternehmen profitieren besonders, denn diese haben normalerweise keine Ressourcen um F&E zu betreiben und ihnen fehlt das Wissen über Outsourcing. Crowdsourcing-Plattformen wirken hier ausgleichend. Sie bieten kleinen Unternehmen Zugang zu einer innovativen Community, die schnell und kostengünstig Ideen entwickeln kann. Dadurch können kleinere Unternehmen besser mit grösseren Firmen mithalten.

Die Herausforderungen und Risiken

Crowdsourcing stellt hohe Anforderungen an das Management. Hightech-Tools zur Zusammenarbeit im Innovationsbereich führen zu einem Paradigmenwechsel: Sie fördern und bedingen gleichermassen eine offene Betriebskultur. Hinzu kommt die Diskrepanz zwischen den flexiblen, nicht hierarchischen Strukturen in Online Communities und den klassischen hierarchischen Strukturen und geordneten Abläufen wie sie in grösseren Unternehmen anzutreffen sind. All dies erfordert ein Umdenken: Abläufe und Strukturen müssen von Grund auf neu durchdacht werden. Des Weiteren gibt es noch wenige Studien zum Einsatz von Crowdsourcing, die das Risikomanagement miteinschliessen. Wie beim Innovationsmanagement selbst muss beim Crowdsourcing nach dem Versuchs-und-Irrtumsverfahren vorgegangen werden, weil die Erfahrungen damit noch fehlen.

Zudem kann der grosse Vorteil von Crowdsourcing auch schnell zum Nachteil werden:

“Technology is playing a big role in generating ideas. It gives everyone a voice. There’s such an inundation of ideas that you often end up with this cacophony of opinions and no clear point of view.” R. Lemuel Lasher, Chief Innovation Officer, CSC

Durch Crowdsourcing können in kurzer Zeit viele Ideen generiert werden. Doch die Verwaltung der Ideen, deren Unterscheidung in relevante und unbrauchbare Ideen, ist eine anspruchsvolle, intellektuelle Arbeit. Diese muss aufgrund der Komplexität von erfahrenen Menschen erledigt werden und ist daher kostenintensiv. Daher gilt es, nicht nur Ideen zu sammeln, sondern die Community bereits während der Ideen-Generierung zu begleiten und in die vom Unternehmen gewollte Richtung zu führen. Diese Moderation ist ebenfalls aufwändig, dadurch kann die Qualität der Ideen jedoch erheblich gesteigert werden. Schliesslich ist es nicht damit getan, möglichst viele Ideen zu erhalten, sondern Informationen in hoher Qualität zu generieren.

R. Lemuel Lasher kritisiert hinsichtlich der Qualität die Tiefe und Relevanz der Ergebnisse, die Ideen würden oft nur an der Oberfläche kratzen. Crowdsourcing eignet sich denn auch weniger für die Lösung komplexer Probleme sondern ist eher für die Ideengewinnung geeignet.

Grundsätzlich gilt: Je besser die möglichen Problemlöser in die Aspekte eines Problems eingeweiht sind, desto besser die Lösung. Dies bedeutet jedoch auch, dass geistiges Eigentum der Firma preisgegeben wird. Der Verlust geistigen Eigentums kann kaum ausgeschlossen, durch entsprechende Verträge jedoch eingegrenzt werden. Auch gilt es zu definieren, ob und welchen Anteil die Community an den mitentwickelten Ideen hat.

Fazit: Crowdsourcing bietet viele Vorteile aber auch neue Herausforderungen. So braucht es noch viel Forschungsarbeit in den Bereichen Risiko- und Innovationsmanagement. Die Risiken von Crowdsourcing sind bekannt (vgl. Souza, Ramos, Esteves), es fehlen jedoch konkrete Massnahmen um diese Risiken zu bewältigen. Offen bleiben auch die Fragen, wie die Rendite (ROI) von Crowdsourcing gemessen werden kann und wie sich die Motivation der Community über längere Zeit aufrechterhalten lässt.

Quellen:

Glinska, Malgorzata; Halliday, Amy (2013): The Double-Edged Sword of Collaboration Technologies. In: Batten Briefings.

Kaganer, Evgeny et al. (2013): Managing the Human Cloud. In: MIT Sloan Management Review, 54 (2).

Souza, Liêda; Ramos, Isabel; Estevees, José: Managing Risks of Crowdsourcing Innovation: An Action Research in Progress

Crowdsourcing-Plattformen als Bindeglieder zwischen Usern und Unternehmen

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(picture credit: mashable.com)

Crowdsourcing-Plattformen schiessen zurzeit wie Pilze aus dem Boden. Für jeden Bereich gibt es solche Plattformen, sei es für das Design von Webseiten, Datenmanagement oder die Finanzierung eines Musikalbums. Die Plattformen treten dabei als Mittler zwischen Unternehmen / Organisationen und einer Community auf. Zum einen gibt es die Crowdfunding-Plattformen auf denen Künstler oder Organisationen ihre Projekte vorstellen und User diese mitfinanzieren können. Zum anderen die Human-Cloud-Plattformen, wo ein Pool von virtuellen Arbeitskräften auf Auftrag verschiedene Dienste für interessierte Unternehmen ausführt.

“While brands have been seeking ideas from consumers through TV and on social media profiles, crowdsourcing platforms and agencies are setting up and positioning themselves as cost-effective ways to gather content.” (Seb 2012)

Unternehmen wie Unilever, Procter & Gamble und Kia wenden sich an Mittler statt Facebook oder Twitter, weil sie sich durch solche Plattformen schneller innovativere Ideen erhoffen. Andere Unternehmen zögern hingegen noch, Crowdsourcing anzuwenden. Zum einen fürchten sie den Verlust von geistigem Eigentum, zum anderen war es lange Zeit schwierig, komplexe Prozesse auszulagern. Um die Bedürfnisse der Unternehmen besser zu befriedigen, entwickelten grössere Plattformen 4 Geschäftsmodelle. Mit diesen können auch komplexe Projekte koordiniert sowie der Verlust von geistigem Eigentum minimiert werden:

  • Beim „Faciliator Model“ wird die Anonymität der User reduziert. Unternehmen haben Zugang zu Informationen über die User wie Lebensläufe, Fähigkeiten und erfüllte Aufgaben. Teilweise können die Unternehmen die Kandidaten interviewen, bevor sie diese anstellen. Ebenso werden die Arbeitsprozesse transparent gemacht. Die Plattform Elance bietet beispielsweise Projektmanagement-Werkzeuge an, mit denen Meilensteine erstellt, Berichte über den Projektstatus versandt oder auch erreichte Meilensteine mit Bezahlungen verknüpft werden können. // Beispiele: Elance, oDesk
  • Das „Arbitrator Model“ eignet sich für unstrukturierte und komplexe Arbeiten, die Expertenwissen erfordern wie Design sowie Forschung und Entwicklung. Das Modell bietet Unternehmen je nach Bedarf Zugang zu einer spezialisierten Community, wo die  spezialisierten User über einen Wettbewerb ausgewählt und für ein Projekt engagiert werden können. Ein grosser Vorteil für Unternehmen: Sie zahlen nur für die wertvollsten bzw. brauchbarsten Inputs. // Beispiele: crowdSPRING, InnoCentive
  • Für grössere, jedoch einfache, repetitive Aufgaben wie das Vergeben von Tags oder das Aufräumen von Kontakt-Datenbanken eignet sich das „Aggregator Model“. Über eine einzige Oberfläche können Unternehmen Arbeiten auf eine grosse Anzahl von Usern aufteilen. // Beispiele: Amazon Mechanical Turk, NASA Clickworkers.
  • Für hoch-komplexe Projekte eignet sich das “Governor Model”. Durch die Kombination von Projektmanagern und einer ausgeklügelten Software sollen individuelle Aufgaben aufeinander abgestimmt und koordiniert werden. Plattformen mit diesem Modell bieten ausgefeilte Projektmanagement-Methoden an wie sie auch offline innerhalb eines Unternehmens angewendet werden. Aufgaben von Unternehmen können gesammelt, in einzelne Aufgaben aufgeteilt und an verschiedene User verteilt werden. Daneben schliesst dieses Modell auch das Controlling sowie die Qualitätskontrolle der erfüllten Aufgaben mit ein. // Beispiel einer Plattform, die auf dem Governor Model beruht: TopCoder

Durch die 4 Geschäftsmodelle können Unternehmen die Risiken von Crowdsourcing auf die Plattformen abwälzen: Die Plattform wird zum ersten Kontaktpunkt für das Unternehmen und trägt die Verantwortung für projektbezogene Risiken.

Weitere Beispiele für Crowdsourcing-Plattformen gibt es hier, hier und hier.

Kaganer, Evgeny et al. (2013): Managing the Human Cloud. In: MIT Sloan Management Review, 54 (2).

Seb, Joseph (2012): Brands delve deeper into crowdsourcing. In: Marketing Week.

Vom Hype zum strategischen Einsatz: Mit Crowdsourcing zu mehr Innovativität, Profit und besserer Kundenbindung

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(picture credit: dreamscapemarketing.com)

Der hohe Stellenwert von Innovationen, verbunden mit einem verstärkten Innovationsdruck und der intensiven Zusammenarbeit von Unternehmen und deren Mitarbeitenden sowie Kunden sprechen für Crowdsourcing. Voraussetzung für funktionierendes Crowdsourcing ist wie bei Open Innovation eine offene Firmenkultur. Die Komplexität von Crowdsourcing macht zusätzlich eine Crowdsourcing-Strategie erforderlich. Es gilt folgende Fragen zu klären:

  • Was ist Ihr Ziel bzw. was erhoffen Sie sich von Crowdsourcing? Je nach Ziel ist ein anderes Crowdsourcing-Instrument sinnvoll. Mögliche Ziele: Verbesserung von Produkten oder Dienstleistungen, Erhöhung der Kundenbindung oder Outsourcing von Forschung & Entwicklung
  • Welche der folgenden Crowdsourcing-Instrumente möchten Sie einsetzen?

Crowd-Voting: Das Urteil der Crowd wird genutzt um Zeitungsartikel, Musik oder auch Filme nach einem Ranking zu ordnen. Beispiel: Die Algorithmen (Page Rank), die Google nutzt, um die Suchresultate nach Relevanz zu ordnen. Crowd-Voting wird ebenfalls als Marketing-Instrument genutzt, wo die User über die eingereichten Ideen und Projekte abstimmen und diese bewerten können.

Crowd Wisdom: Basierend auf dem Modell der Crowd Intelligence wird davon ausgegangen, dass die Crowd immer innovativere Ideen hervorbringt als eine Gruppe von Mitarbeitenden oder Experten. Es geht vor allem darum, durch eine grosse Masse bessere Entscheidungen zu treffen oder mehr Wissen zu generieren. Ein Beispiel wäre hier Wikipedia.

Crowdcreation: Dazu gehören Aktivitäten wie Werbefilme herstellen, Übersetzungen machen oder wissenschaftliche Probleme lösen. Dieses Instrument wird oft mit Crowd-Voting kombiniert. Zuerst sollen die User Inhalte erstellen, danach stimmen sie über die Ergebnisse ab und wählen die besten Arbeiten bzw. Projekte. Beispiel: Threadless.com, wo User in Form eines Wettbewerbs Ideen für den Aufdruck von T-Shirts eingeben können.

Crowdfunding: User kooperieren miteinander und legen ihr Geld zusammen um einzelne Personen oder Gruppen zu unterstützen, die auf traditionelle Weise keinen Kredit oder Sponsoring erhalten würden. Beispiel: Kiva basiert auf Mikrokrediten, die User aufstrebenden Unternehmern in ärmeren Ländern ausleihen. Sobald die Unternehmer finanziell unabhängig sind, bezahlen sie die Kredite wieder zurück.

  •  Was ist Ihre Zielgruppe? Handelt es sich dabei um Experten oder Laien? Wem gehören die generierten Ideen oder Produkte? Hier gilt es, Fragen zum Geistigen Eigentum zu berücksichtigen.
  • Wie belohnen Sie die Beteiligten? Die Herausforderung besteht darin, die freiwillig Beitragenden über längere Zeit zur Mitarbeit zu motivieren (Chanal, 2010).
  • Wie erzeugen Sie Gewinn?
  • Wie viel Ressourcen möchten Sie für Crowdsourcing aufwenden? Wer ist dafür verantwortlich? Aufgrund der Anonymität und dem Grad der Einbindung der Crowd empfiehlt es sich, diese zu leiten. Einerseits ermöglicht dies, den Entwicklungsprozess in die vom Unternehmen gewünschte Richtung zu lenken und andererseits können die Teilnehmenden dazu motiviert werden, das Geschäftsmodell einer privaten Firma zu unterstüzten.
  • Wer wertet die Ideen aus und entscheidet, welche Produkte oder Ideen umgesetzt werden? Die Ideen-Flut auszuwerten ist zeit- und kostenintensiv. Die Firma sollte zwischen den folgenden Herangehensweisen abwägen:

Auswahl der Ideen durch die Crowd. Vorteile: Es können interne Ressourcen eingespart werden. Ausserdem vertritt die Crowd ihre Anliegen, was zu einer besseren Akzeptanz des Produkts auf dem Markt führt.

Auswahl der Ideen durch ein internes Expertenteam. Vorteil: Die internen Mitarbeitenden kennen die Abläufe und Strukturen des Unternehmens und können dadurch die Machbarkeit der Ideen besser beurteilen.

Grundsätzlich eignet sich Crowdsourcing gut um das Innovationspontial zu steigern, Entwicklungskosten zu minimieren oder Schwächen des internen Innovationsmanagements zu verringern (Schuurmann et al., 2012). So können mit Crowdsourcing interne Strukturen aufgebrochen und Innovationsprozesse geöffnet werden. Studien belegen denn auch, dass durch Crowdsourcing generierte Ideen innovativer, profitabler und besser auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten sind.

Quellen:

Chanal, Valérie; Caron-Fasan, Marie-Laurence (2010): The Difficulties involved in Developing Business Models open to Innovation Communities: the Case of a Crowdsourcing Platform. In: Management, 13 (4), 318-341.

Schuurmann, Dimitri et al. (2012): Smart Ideas for Smart Cities: Investigating Crowdsourcing for Generating and Selecting Ideas for ICT Innoation in a Citiy Context. In: Journal of Theoretical and Applied Electronic Commerce Research, 7 (3), 49-62.

Tricider: How Crowdsourcing is used? Verfügbar unter: https://tricider.com/en/Crowdsourcing-Strategies/?wicket:pageMapName=wicket-0

Crowdsourcing als Teil der Innovationsgesellschaft – (k)ein Wundermittel?!

In der Wissenschaft gehört Crowdsourcing ohne Wenn und Aber zur Innovationsgesellschaft. Die Theorie propagiert seit 2003 eine Social Media Revolution im Bereich Innovationsmanagement. Demnach wäre es für die Unternehmen ein Einfaches, die Community an der Unternehmensentwicklung aktiv partizipieren zu lassen – warum aber machen das noch nicht alle?

Social Media

(picture credit: blog.alpict.com)

Ganz so einfach scheint es dann doch nicht zu sein, wie die Studie der Innovationsgesellschaft mbH und dem Institut für Informations- und Prozessmanagement der Fachhochschule St.Gallen (IPM-FHS)  aus dem Jahr 2012 zeigte. (Open Innovation Monitor 2012, vorgestellt an der Messe Print & Publishing Schweiz).
So gaben beispielsweise 39 Prozent der 200 befragten Führungskräfte an, sie wollen vermehrt auf Open Innovation-Instrumente bauen, den direkten Einsatz von Crowdsourcing sehen dennoch nur wenige.

bereitschaft crowdsourcing im innovationsmanagement einzusetzen

(picture credit: Robert Rekece, Hans-Dieter Zimmermann, Christoph Meili)

Hinderungsgrund ist neben einer Unkenntnis der Methode auch die Angst geistiges Eigentum oder internes Wissen zu verlieren. Gerade in der Chemie- und Pharmaindustrie, im Finanzwesen und in der Versicherungsbranche eine weit verbreitete Befürchtung.

wo ist innovation verankert

(picture credit: Robert Rekece, Hans-Dieter Zimmermann, Christoph Meili)

Nicht für jedes Unternehmen ist es einfach, die eigene strategische Stossrichtung offen im Internet zu verbreiten. Angst macht den Unternehmen zusätzlich, dass Ideengeber plötzlich rechtliche Ansprüche an Gewinnen fordern könnten. Die Unternehmung muss dazu bereit sein, die Innovationshierarchie völlig aufzubrechen. Wo früher von Oben bestimmt wurde, wo investiert werden soll, kann heute nicht nur der ganze Konzern, sondern das gesamte Netzwerk Ideen und Wünsche einfliessen lassen. Open Innovation heisst nicht nur Kunden bei der Entwicklung einzubeziehen, es geht auch darum, dass Kunden eine noch nie dagewesene Macht erhalten.

Quellen:

Gassmann, Oliver (Hrsg.): Crowdsourcing : Innovationsmanagement mit Schwarmintelligenz. München, Wien : Hanser, 2010. – ISBN 978-3-446-42334-3

Open Innovation Monitor 2012: http://innovationsgesellschaft.ch/media/archive2/oim/OIM_Whitepaper.pdf

SWISS ENGINEERING : Crowdsourcing – Innovationsmanagement für KMU. Jan/Feb. 2011