Crowdsourcing @school

Der Blog CrowdsourcingLibrary entstand 2013 im Rahmen eines Leistungsnachweises im Modul “Informationsgesellschaft, -ethik und -politik” im Bachelorstudiengang “Information Science” an der HTW Chur. Nachdem die Autorinnen sich mit der Thematik Crowdsourcing über längere Zeit auseinandergesetzt hatten, galt es, den Mitstudierenden dieses Wissen zu Vermitteln. Ganz im Sinn der Sharing Economy sollte das Wissen mit anderen geteilt werden.

Nach einer kleinen Einführung ins Thema Crowdsourcing…

…waren die Studierenden gefragt. Innerhalb 15 Minuten sollten sie Ideen für ein eigenes Crowdsourcing Projekt sammeln. Die Ergebnisse sind unten dokumentiert.

Fazit: Crowdsourcing liegt im Trend, weshalb in den Medien oft darüber berichtet wird. Es war deshalb einfach, die Studierenden für dieses Thema zu motivieren. In der kurzen Zeit der Ideen-Entwicklung durch die Studierenden zeigten sich die wichtigsten Punkte, welche für die Lancierung eines Crowdsourcing-Projekts essentiell sind:

  • Kurzer, knackiger Titel, der die Zielgruppe anspricht
  • Kurze Beschreibung des Projekts
  • Konkrete Angaben: Wofür genau sollen Ideen / Geld gesammelt werden? Wie viel Geld wird benötigt? Wann wird das Projekt umgesetzt?
  • Angemessene Belohnung für die Community als Dank für die Mitarbeit
  • Werbung dort machen, wo sich die Zielgruppe befindet

Crowdsourcing als Teil der Innovationsgesellschaft – (k)ein Wundermittel?!

In der Wissenschaft gehört Crowdsourcing ohne Wenn und Aber zur Innovationsgesellschaft. Die Theorie propagiert seit 2003 eine Social Media Revolution im Bereich Innovationsmanagement. Demnach wäre es für die Unternehmen ein Einfaches, die Community an der Unternehmensentwicklung aktiv partizipieren zu lassen – warum aber machen das noch nicht alle?

Social Media

(picture credit: blog.alpict.com)

Ganz so einfach scheint es dann doch nicht zu sein, wie die Studie der Innovationsgesellschaft mbH und dem Institut für Informations- und Prozessmanagement der Fachhochschule St.Gallen (IPM-FHS)  aus dem Jahr 2012 zeigte. (Open Innovation Monitor 2012, vorgestellt an der Messe Print & Publishing Schweiz).
So gaben beispielsweise 39 Prozent der 200 befragten Führungskräfte an, sie wollen vermehrt auf Open Innovation-Instrumente bauen, den direkten Einsatz von Crowdsourcing sehen dennoch nur wenige.

bereitschaft crowdsourcing im innovationsmanagement einzusetzen

(picture credit: Robert Rekece, Hans-Dieter Zimmermann, Christoph Meili)

Hinderungsgrund ist neben einer Unkenntnis der Methode auch die Angst geistiges Eigentum oder internes Wissen zu verlieren. Gerade in der Chemie- und Pharmaindustrie, im Finanzwesen und in der Versicherungsbranche eine weit verbreitete Befürchtung.

wo ist innovation verankert

(picture credit: Robert Rekece, Hans-Dieter Zimmermann, Christoph Meili)

Nicht für jedes Unternehmen ist es einfach, die eigene strategische Stossrichtung offen im Internet zu verbreiten. Angst macht den Unternehmen zusätzlich, dass Ideengeber plötzlich rechtliche Ansprüche an Gewinnen fordern könnten. Die Unternehmung muss dazu bereit sein, die Innovationshierarchie völlig aufzubrechen. Wo früher von Oben bestimmt wurde, wo investiert werden soll, kann heute nicht nur der ganze Konzern, sondern das gesamte Netzwerk Ideen und Wünsche einfliessen lassen. Open Innovation heisst nicht nur Kunden bei der Entwicklung einzubeziehen, es geht auch darum, dass Kunden eine noch nie dagewesene Macht erhalten.

Quellen:

Gassmann, Oliver (Hrsg.): Crowdsourcing : Innovationsmanagement mit Schwarmintelligenz. München, Wien : Hanser, 2010. – ISBN 978-3-446-42334-3

Open Innovation Monitor 2012: http://innovationsgesellschaft.ch/media/archive2/oim/OIM_Whitepaper.pdf

SWISS ENGINEERING : Crowdsourcing – Innovationsmanagement für KMU. Jan/Feb. 2011